350 – berate inligna! am Sonntag den 10.10. 12:30 bis 15 Uhr

berate inligna!

10/10/10 Global Work Party

Wir machen mit beim weltweiten Aktionstag für Klimalösungen:

Du bist eingeladen, mich am Sonntag, den 10.10.10 in unserem Ladengeschäft inligna zu besuchen, um mir Tips zu geben, wie ich unsere geschäftliche Klimabilanz noch verbessern kann.

Für mich bedeutet Klimalösungen finden auch: im konkreten täglichen Arbeiten dieses Ziel verfolgen und tatsächlich dabei das Wirtschaften selbst zu transformieren.
Für uns ist das daher das Konzipieren von klimafreundlichen und rundum lebensfördernden Arbeitsmethoden ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Er kommt im Tagesgeschäft häufig zu kurz.

In der Tradition der Sri-Lankischen Sarvodaya-Shramadana-Bewegung möchten wir diese globale Arbeitsparty nutzen, um uns dem Thema Klimaneutralität unseres konkreten Arbeitens zuzuwenden.

Bezüglich der Materialien sind wir selbst Experten, aber in vielen anderen Bereichen nicht. Sicher gibt es viele Menschen, die hier ihr Wissen beisteuern können und uns so ohne großen Aufwand an Stellen voranbringen können, die wir vielleicht bisher nicht gesehen haben.
Ich erhoffe mir also – neben der Freude, gleichgesinnte Menschen zu treffen – konkrete Arbeitsergebnisse für unser weiteres Geschäftsleben.
Das machen wir bisher:
Wir haben Ökostrom von der Naturstrom AG, neutralisieren unseren Lieferwagen über Atmosfair, beziehen Büromaterial von Memo.
An den verwendeten Rohstoffen sind wir am arbeiten. Auf dem Plan stehen Dinge wie: mit den Lieferanten über deren Stromquelle sprechen, unseren Einfluss auf die Herstellungsprozesse geltend machen. Dafür ist eine gewisse Marktmacht nötig, daher sind dem derzeit noch Grenzen gesetzt.

Was können wir darüber hinaus tun, um den Klimawandel aufhalten zu helfen?

Jeder, dem dazu was einfällt, und der in der Nähe ist oder Lust hat, einen Ausflug hinters Mauermuseum zu machen, ist herzlich willkommen und wird mit einem Kaffee bedankt.

Ich freue mich auf Euch!
Karin Zacharias
von inligna

Weitere Aktionen in Berlin – hier kannst Du auch eine eigene Aktion starten!

http://www.350.org/de

unsere Aktion dort: http://www.350.org/de/be-my-consultant-berate-ein-kleinunternehmen

ach ja, und übrigens, was heißt eigentlich nachhaltig?

Wenn wir mal so überlegen, was uns aus dem Bauch heraus zu nachhaltig einfällt, kommen die meisten Ideen in Bezug auf Material, Ressourcen und Umwelteinwirkung.

Die nicht sehr bekannte Erklärung Wechelseitiger Abhängigkeit  von David Suzuki bringt dies sehr umfassend zum Ausdruck.

Wie kann das aber konkret aussehen?
An dieser Frage arbeiten viele Menschen auf sehr unterschiedliche Weise.

Ich versuche mal eine persönliche Antwort:
Deutschland ist wirtschaftlich noch immer eines der stärksten Länder der Erde.
Wir haben die Aufgabe, daran mitzuwirken, dass die Menschheit ein Wirtschaftssystem entwickelt, das wirklich tragfähig ist. Ein Wirtschaftssystem, das Mensch, Tier und Natur nicht ausbeutet – und das alle ernährt.

Das beginnt für mich ganz schlicht damit, dass wir ein tägliches Arbeiten entwickeln, das neben Tier und Natur auch UNS dient.
Uns: den Kunden, den Lieferanten, den Unternehmern. Den Menschen eben, die hier zusammen wirtschaften.

Dem Kunden dienen bedeutet: ihn informieren, ihm zuhören und ihm dann zu dem raten, was seinem Bedürfnis am besten dient. Wir zeigen ihm, was wir ihm anbieten können, entwickeln im Gespräch Lösungsideen, und wenn doch unsere Leistung für ihn nicht das richtige ist, dann sagen wir ihm das und empfehlen eine andere Lösung.

Wir als Unternehmer brauchen – neben dem, dass wir von unserer Arbeit leben – ein tägliches Arbeiten, das uns erlaubt, unsere Kinder mit Aufmerksamkeit groß zu ziehen, und das uns erlaubt, wir selbst zu sein, ohne uns immerzu an Erfordernisse anzupassen, die uns nicht wirklich entsprechen.

Das zu entwickeln haben wir uns vorgenommen und ist unser Bestreben. Wenn möglich möchten wir auch möglichst viele andere dabei unterstützen, so einen Weg zu gehen.

Die Erklärung Wechselseitiger Abhängigkeit von David Suzuki

Diese Erklärung kann ich voll unterschreiben. Sie stammt von dem kanadischen Klima-Aktivist David Suzuki und ist im Netz nirgends richtig auf Deutsch veröffentlicht ist. Dies ist der Wortlaut:

„ERKLÄRUNG WECHSELSEITIGER ABHÄNGIGKEIT

Dies wissen wir

Wir sind die Erde durch die Pflanzen und Tiere, die uns ernähren.

Wir sind der Regen und die Ozeane, die durch unsere Adern fließen.

Wir sind der Atem der Wälder, des Landes und der Pflanzen des Meeres.

Wir sind die menschlichen Tiere, verwandt mit allem anderen Leben als Nachkommen der ersten Zelle.

Wir teilen mit dieser Verwandtschaft eine gemeinsame Geschichte, die in unseren Genen geschrieben steht. Wir teilen eine gemeinsame Gegenwart, gefüllt mit Ungewissheit.

Und wir teilen eine gemeinsame Zukunft, die bis jetzt noch nicht erzählt ist.

Wir Menschen sind nur eine von 30 Millionen Arten, die die dünne Schicht des Lebens weben, welche die Welt umhüllt. Die Stabilität der Gemeinschaften von Lebewesen ist von dieser Vielfalt abhängig. Als Teil des Netzwerkes der Gemeinschaften sind wir miteinander verbunden – wir verwenden, reinigen, teilen und erneuern die grundlegenden Elemente des Lebens. Die Stabilität der Gemeinschaften lebender Wesen ist auf ihre Vielfalt angewiesen. Unsere Heimat, der Planet Erde, ist nicht endlos; alles Leben teilt seine Ressourcen und die Energie der Sonne, und daher gibt es Grenzen des Wachstums. Zum ersten Mal nun haben wir diese Grenzen berührt. Wenn wir die Luft, das Wasser, den Boden und die Vielfalt des Lebens vergeuden, dann stehlen wir von der endlosen Zukunft, um der flüchtigen Gegenwart zu dienen. Wir können diese Zusammenhänge verleugnen, aber wir können sie nicht ändern.

Dies glauben wir

Die Menschen sind so zahlreich und unsere Werkzeuge sind so mächtig geworden, dass wirMitgeschöpfe ausgerottet, große Flüsse gestaut, alte Wälder niedergerissen haben, die Erde, den Regen, den Wind vergiftet und Löcher in den Himmel gerissen haben.

Unsere Wissenschaft hat sowohl Schmerz wie auch Freude gebracht; unser Luxus wurde erkauft mit dem Leid von Millionen. Wir lernen aus unseren Fehlern, wir trauern um unsere verlorene Mitwelt und schaffen nun eine neue Politik der Hoffnung.

Wir halten reine Luft, sauberes Wasser und unvergifteten Boden für absolut notwendig.Wir erkennen, dass wirtschaftliche Tätigkeiten, die nur wenigen nützen, gleichzeitig aber das Naturerbe vieler vermindern, falsch sind. Und da die Verwüstung der Umwelt biologisches Kapital für immer zerstört, müssen die gesamten ökologischen und sozialen Kosten in alle Berechnungen des Fortschritts einfließen.

Wir sind nur eine flüchtige Generation im langen Lauf der Zeit; es steht uns nicht zu, die Zukunft auszuradieren.

Da, wo unser Wissen begrenzt ist, werden wir an unsere Nachkommen denken und lieber auf Vorsicht bauen.

Dies beschließen wir

All das, was wir wissen und glauben, muss nun die Grundlage unserer Lebensweise werden. An diesem Wendepunkt unserer Beziehung zur Erde arbeiten wir für eine Umorientierung: von Herrschaft zu Partnerschaft, von Zerstückelung zu Verbindung, von Unsicherheit zur gegenseitigen Abhängigkeit.“

David Suzuki

Zitiert nach: Thomas Wagner: „Profile engagierter Mystik – Eine erziehungswissenschaftliche Untersuchung zu politischmystischen Identitätskonzepten im interreligiösen Vergleich“, Dissertation 2005 

Dort Verweis auf: Lüpke, G. von: 2003, 62/63 (entnommen: Suzuki, D.: Declaration of Interdependence, www.davidsuzuki.org)