das Salz der Erde, Konsum als Ersatz und miteinander Leben lernen: die WESB tut es auch einfach!

gestern war ich bei einer Fortbildung für Lehrer an der Weiterführenden Evangelischen Schule Berlin , und ich war beeindruckt. Ich muß gestehen, ich war einfach nur als Mutter da, um zu verstehen, was da eigentlich anders ist und überhaupt.

Und ich habe meinen Ohren und Augen kaum getraut. Da wird es einfach gemacht!

Zur Begrüßung gab es MUT-Karten, in der Einführungsrede hieß es glatt: der Mensch braucht 2 Dinge: 1. Dazu-gehören und 2. Aufgaben, an denen er wachsen kann. Und wenn er das nicht bekommt, dann konsumiert er als Ersatz. Und nach der Rede gab es Salztütchen, wie im Flieger, mit der Aufschrift: „Ihr seid das Salz der Erde“.

Mir kamen die Tränen, so dankbar bin ich, dass es Menschen gibt, die in dieser Klarheit losgegangen sind! Und noch viel mehr Menschen, die auch wissen wollen, wie das geht und wie man das anpacken könnte.

Im Hauptteil der Veranstaltung haben Schüler uns die praktischen Kern-Bestandteile des WESB-Konzepts vorgestellt: den Klassenrat, das Projekt Verantwortung und das Lernbüro. Zu jedem Thema gab es je 60 sehr anschauliche Minuten Einblick in das, was dort gelebt wird.

Hier haben wir gemerkt, wie sehr das Konzept davon lebt, dass jeder einen Teil der Verantwortung übernimmt, und dass die Leitung und Lehrer auch viel abgeben können. Davon möchte ich mir direkt eine Scheibe abschneiden.

Na denn. Man kann nicht immer drin schwelgen, meist muss man es eben einfach machen, und das ist dann eher banal, aber: ab und zu schwelgen ist schon auch ganz schön. Ich kann Interessierten – vor allem natürlich Lehrern – diese Veranstaltungen nur empfehlen, und für alle Eltern: der Tag der offenen Tür der WESB ist im November, der genaue Termin wird im September auf der Webseite der WESB veröffentlicht.

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ach ja, und übrigens, was heißt eigentlich nachhaltig?

Wenn wir mal so überlegen, was uns aus dem Bauch heraus zu nachhaltig einfällt, kommen die meisten Ideen in Bezug auf Material, Ressourcen und Umwelteinwirkung.

Die nicht sehr bekannte Erklärung Wechelseitiger Abhängigkeit  von David Suzuki bringt dies sehr umfassend zum Ausdruck.

Wie kann das aber konkret aussehen?
An dieser Frage arbeiten viele Menschen auf sehr unterschiedliche Weise.

Ich versuche mal eine persönliche Antwort:
Deutschland ist wirtschaftlich noch immer eines der stärksten Länder der Erde.
Wir haben die Aufgabe, daran mitzuwirken, dass die Menschheit ein Wirtschaftssystem entwickelt, das wirklich tragfähig ist. Ein Wirtschaftssystem, das Mensch, Tier und Natur nicht ausbeutet – und das alle ernährt.

Das beginnt für mich ganz schlicht damit, dass wir ein tägliches Arbeiten entwickeln, das neben Tier und Natur auch UNS dient.
Uns: den Kunden, den Lieferanten, den Unternehmern. Den Menschen eben, die hier zusammen wirtschaften.

Dem Kunden dienen bedeutet: ihn informieren, ihm zuhören und ihm dann zu dem raten, was seinem Bedürfnis am besten dient. Wir zeigen ihm, was wir ihm anbieten können, entwickeln im Gespräch Lösungsideen, und wenn doch unsere Leistung für ihn nicht das richtige ist, dann sagen wir ihm das und empfehlen eine andere Lösung.

Wir als Unternehmer brauchen – neben dem, dass wir von unserer Arbeit leben – ein tägliches Arbeiten, das uns erlaubt, unsere Kinder mit Aufmerksamkeit groß zu ziehen, und das uns erlaubt, wir selbst zu sein, ohne uns immerzu an Erfordernisse anzupassen, die uns nicht wirklich entsprechen.

Das zu entwickeln haben wir uns vorgenommen und ist unser Bestreben. Wenn möglich möchten wir auch möglichst viele andere dabei unterstützen, so einen Weg zu gehen.

Die Erklärung Wechselseitiger Abhängigkeit von David Suzuki

Diese Erklärung kann ich voll unterschreiben. Sie stammt von dem kanadischen Klima-Aktivist David Suzuki und ist im Netz nirgends richtig auf Deutsch veröffentlicht ist. Dies ist der Wortlaut:

„ERKLÄRUNG WECHSELSEITIGER ABHÄNGIGKEIT

Dies wissen wir

Wir sind die Erde durch die Pflanzen und Tiere, die uns ernähren.

Wir sind der Regen und die Ozeane, die durch unsere Adern fließen.

Wir sind der Atem der Wälder, des Landes und der Pflanzen des Meeres.

Wir sind die menschlichen Tiere, verwandt mit allem anderen Leben als Nachkommen der ersten Zelle.

Wir teilen mit dieser Verwandtschaft eine gemeinsame Geschichte, die in unseren Genen geschrieben steht. Wir teilen eine gemeinsame Gegenwart, gefüllt mit Ungewissheit.

Und wir teilen eine gemeinsame Zukunft, die bis jetzt noch nicht erzählt ist.

Wir Menschen sind nur eine von 30 Millionen Arten, die die dünne Schicht des Lebens weben, welche die Welt umhüllt. Die Stabilität der Gemeinschaften von Lebewesen ist von dieser Vielfalt abhängig. Als Teil des Netzwerkes der Gemeinschaften sind wir miteinander verbunden – wir verwenden, reinigen, teilen und erneuern die grundlegenden Elemente des Lebens. Die Stabilität der Gemeinschaften lebender Wesen ist auf ihre Vielfalt angewiesen. Unsere Heimat, der Planet Erde, ist nicht endlos; alles Leben teilt seine Ressourcen und die Energie der Sonne, und daher gibt es Grenzen des Wachstums. Zum ersten Mal nun haben wir diese Grenzen berührt. Wenn wir die Luft, das Wasser, den Boden und die Vielfalt des Lebens vergeuden, dann stehlen wir von der endlosen Zukunft, um der flüchtigen Gegenwart zu dienen. Wir können diese Zusammenhänge verleugnen, aber wir können sie nicht ändern.

Dies glauben wir

Die Menschen sind so zahlreich und unsere Werkzeuge sind so mächtig geworden, dass wirMitgeschöpfe ausgerottet, große Flüsse gestaut, alte Wälder niedergerissen haben, die Erde, den Regen, den Wind vergiftet und Löcher in den Himmel gerissen haben.

Unsere Wissenschaft hat sowohl Schmerz wie auch Freude gebracht; unser Luxus wurde erkauft mit dem Leid von Millionen. Wir lernen aus unseren Fehlern, wir trauern um unsere verlorene Mitwelt und schaffen nun eine neue Politik der Hoffnung.

Wir halten reine Luft, sauberes Wasser und unvergifteten Boden für absolut notwendig.Wir erkennen, dass wirtschaftliche Tätigkeiten, die nur wenigen nützen, gleichzeitig aber das Naturerbe vieler vermindern, falsch sind. Und da die Verwüstung der Umwelt biologisches Kapital für immer zerstört, müssen die gesamten ökologischen und sozialen Kosten in alle Berechnungen des Fortschritts einfließen.

Wir sind nur eine flüchtige Generation im langen Lauf der Zeit; es steht uns nicht zu, die Zukunft auszuradieren.

Da, wo unser Wissen begrenzt ist, werden wir an unsere Nachkommen denken und lieber auf Vorsicht bauen.

Dies beschließen wir

All das, was wir wissen und glauben, muss nun die Grundlage unserer Lebensweise werden. An diesem Wendepunkt unserer Beziehung zur Erde arbeiten wir für eine Umorientierung: von Herrschaft zu Partnerschaft, von Zerstückelung zu Verbindung, von Unsicherheit zur gegenseitigen Abhängigkeit.“

David Suzuki

Zitiert nach: Thomas Wagner: „Profile engagierter Mystik – Eine erziehungswissenschaftliche Untersuchung zu politischmystischen Identitätskonzepten im interreligiösen Vergleich“, Dissertation 2005 

Dort Verweis auf: Lüpke, G. von: 2003, 62/63 (entnommen: Suzuki, D.: Declaration of Interdependence, www.davidsuzuki.org)

Design hat Verantwortung: Heldenmarkt

… zum Beispiel sind wir Ende März für Euch auf dem Heldenmarkt, am 27. & 28. März im Postbahnhof, Samstag von 10 bis 20 Uhr, Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Dort gibts von Essen über Kleider, Möbel, Geschenkideen und und und – alles was der nachhaltige Konsument sich wünscht. Inklusive natürlich der Info, wo man das alles in Berlin bekommt.

Und wer keine Zeit hat, der schaut mal auf die Ausstellerliste und geht dann in aller Ruhe zu den Läden hin…

Wer sonst noch da ist: http://www.heldenmarkt.de/ausstellerliste/

Kommt zahlreich strategisch shoppen, oder nur gucken, wir freuen uns auf Euch!

K