Spanplatten

Was ich immer schon mal zu unseren Maßregalen sagen wollte und zum Thema Spanplatte:

wir verarbeiten für unsere Maßregale Egger Plattenwerkstoffe, und zwar vorwiegend die melaminharz-beschichtete Spanplatte mit Emissionsklasse E 1.

Ihr könnt das hier nachlesen: Datenblatt Egger Spanplatte. Emissionsklasse E1 bedeutet: diese Spanplatte gibt im unbeschichteten Zustand so viel Formaldehyd ab, dass die umgebende Raumluft nicht über 0,1 Teile Formaldehyd pro einer Million Teile Luft enthält. Das ist der aktuelle EU-Grenzwert.
Die Beschichtung und umlaufende Kanten senken die Formaldehyabgabe noch mal um 50-80%.

Hierzu gibt es sehr klare und unabhängige Informationen nachzulesen beim Betrieblichen Umweltschutz in Baden-Württemberg: Plattenwerkstoffe

Ein paar Grundsätzliche Infos:

Formaldehyd ist ein Gift, das auch in der Natur vorkommt und sogar von unserem Körper gebildet wird. Es wirkt aber in höheren Konzentrationen toxisch, zum Beispiel in solchen, wie sie beim Rauchen einer Zigarette entstehen oder durch die unvollständige Verbrennung von Treibstoff in Auto-Motoren, oder durch den zu hohen Ausgangsgehalt von Formaldehyd in Möbelbaumaterialien (Stichwort: belastete Kinderbetten). Auch in Kleidung ist häufig Formaldehyd enthalten.

Bei Spanplatten gilt: Die Emissionsklasse E1 gibt von allen Spanplatten am wenigsten Formaldehyd ab. Bei der Kontrolle im Werk darf die rohe Platte nur 8,0 mg HCOH/100 g enthalten. Diese Menge wird aber nicht abgegeben, sondern nur ein Bruchteil davon gelangt mit der Zeit in die Luft. Zum Vergleich: Im Gesamtrauch einer Zigarette finden sich bis zu 1,0 mg Formaldehyd.

Es gibt keine handelsüblichen Spanplatten oder sonstigen beschichteten Platten, die kein Formaldehyd enthalten. Das liegt vermutlich daran, dass es teuer wäre, ein anderes Verleim-Verfahren zu entwickeln.

Abgesehen von dem leider belasteten Bindemittel bestehen Spanplatten komplett aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, und zwar zu guten Anteilen aus solchen Hölzern, die nicht für andere Zwecke nutzbar sind, wie Äste, Reste usw. Die Erfindung der Spanplatte hat daher den Nutzungsgrad von Holz von 40 % angehoben auf heute 80 %.

Die Firma Egger ist ziemlich aktiv in Sachen eigene Ökobilanz und bemüht sich um ein sinnvolles nachhaltiges Kreislaufsystem in der eigenen Plattenproduktion in Österreich. Für alle Produkte wurde u. a. eine eigene  Ökobilanz erstellt.

Und jetzt nochmal zu den Alternativen:

  • MDF = mitteldichte Faserplatte, das sind diese Platten die wie Pappe aussehen: ist genau so formaldehyd-haltig wie Spanplatten.
  • Hanfplatte: wird AUCH mit formaldehydhaltigem Leim verarbeitet.
  • Lack statt Beschichtung? – Lack dünstet mindestens noch 2 Wochen Lösemittel aus, meist viel länger, und zwar JEDER Lack, auch die sogenannten lösemittelfreien Lacke sind auf Basis chemischer Stoffe gelöst, die abdampfen müssen, damit der Lack aushärtet. Biolacke sind oft auf Basis von Zitrus-Lösemitteln, die häufig für den Menschen belastender sind als die chemischen klopper (sehr häufg lösen die Zitruslösemittel Allergien aus). – Lack erfordert zusätzliche aufwändige Arbeitsschritte und darum kostet das gleiche Möbel in lackiert mindestens das doppelte wie beschichtet.
  • Platten, die mineralisch gebunden werden (=formaldehydfrei): gibt es, aber sie eignen sich nur für Bau, nicht für Möbel (zu geringe Werkzeugstandzeiten, verleimeigenschaften passen nicht)
  • nehmen wir doch wenigstens Recycelte Materialien!? Ja, gute Idee, aber: viel viel teurer, denn: irgend jemand muß das sortieren, trennen, dann enthalten die Platten womöglich Schrauben usw., also geht das Werkzeug kaputt – das wird dann auch mindestens doppelt so teuer, wenn nicht viel mehr. Und dann habt Ihr ein Regal aus benutzten Platten, die Schrammen haben, oder nicht die gewünschte Farbe usw – also, das wird ganz kompliziert. Jedenfalls für Maßregale.
  • Massivholz: ist auch eher teuer, und dann ist es eben holzfarben, was auch nicht immer paßt. Also müßte man es lackieren, s. o. Und: der Verwertungsgrad vom Holz ist dann viel geringer, weil man eben nicht alles im Wald anfallende Holz zu schönen Massivholz-Platten verarbeiten kann.

Fazit: wir finden, wenn man neue Möbel regional produziert aus Material, das die Emissions-Grenzwerte weit unterschreitet, und zu einem überzeugenden Preis, dann steht das einem nachhaltigen Ansatz nicht im Weg.

Würden wir uns so was hinstellen? JA, wir haben es schon getan!

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