wir in der Berliner Zeitung – und hier bei wordaffairs

Peter Steinhauer hat in der Berliner Zeitung auch im Mai über uns berichtet!

Unter dem Titel „Verzicht war gestern“ stellte er eine Reihe von Berliner Projekten vor, die sich mit nachhaltigem Design und Wohnen befassen.

Besonders gefreut hat mich, dass Peter Steinhauer in seinem Artikel gerade DIE Aspekte an nachhaltigem Design bespricht, bei denen es nicht ums Material allein geht. Die Vielfalt der Ansätze ist auch hier mal wieder richtig GUT zu sehen.

Peter Steinhauer ist freier Journalist und hat sein virtuelles Redaktionsbüro hier eingerichtet. Schaut mal rein.

Spanplatten

Was ich immer schon mal zu unseren Maßregalen sagen wollte und zum Thema Spanplatte:

wir verarbeiten für unsere Maßregale Egger Plattenwerkstoffe, und zwar vorwiegend die melaminharz-beschichtete Spanplatte mit Emissionsklasse E 1.

Ihr könnt das hier nachlesen: Datenblatt Egger Spanplatte. Emissionsklasse E1 bedeutet: diese Spanplatte gibt im unbeschichteten Zustand so viel Formaldehyd ab, dass die umgebende Raumluft nicht über 0,1 Teile Formaldehyd pro einer Million Teile Luft enthält. Das ist der aktuelle EU-Grenzwert.
Die Beschichtung und umlaufende Kanten senken die Formaldehyabgabe noch mal um 50-80%.

Hierzu gibt es sehr klare und unabhängige Informationen nachzulesen beim Betrieblichen Umweltschutz in Baden-Württemberg: Plattenwerkstoffe

Ein paar Grundsätzliche Infos:

Formaldehyd ist ein Gift, das auch in der Natur vorkommt und sogar von unserem Körper gebildet wird. Es wirkt aber in höheren Konzentrationen toxisch, zum Beispiel in solchen, wie sie beim Rauchen einer Zigarette entstehen oder durch die unvollständige Verbrennung von Treibstoff in Auto-Motoren, oder durch den zu hohen Ausgangsgehalt von Formaldehyd in Möbelbaumaterialien (Stichwort: belastete Kinderbetten). Auch in Kleidung ist häufig Formaldehyd enthalten.

Bei Spanplatten gilt: Die Emissionsklasse E1 gibt von allen Spanplatten am wenigsten Formaldehyd ab. Bei der Kontrolle im Werk darf die rohe Platte nur 8,0 mg HCOH/100 g enthalten. Diese Menge wird aber nicht abgegeben, sondern nur ein Bruchteil davon gelangt mit der Zeit in die Luft. Zum Vergleich: Im Gesamtrauch einer Zigarette finden sich bis zu 1,0 mg Formaldehyd.

Es gibt keine handelsüblichen Spanplatten oder sonstigen beschichteten Platten, die kein Formaldehyd enthalten. Das liegt vermutlich daran, dass es teuer wäre, ein anderes Verleim-Verfahren zu entwickeln.

Abgesehen von dem leider belasteten Bindemittel bestehen Spanplatten komplett aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, und zwar zu guten Anteilen aus solchen Hölzern, die nicht für andere Zwecke nutzbar sind, wie Äste, Reste usw. Die Erfindung der Spanplatte hat daher den Nutzungsgrad von Holz von 40 % angehoben auf heute 80 %.

Die Firma Egger ist ziemlich aktiv in Sachen eigene Ökobilanz und bemüht sich um ein sinnvolles nachhaltiges Kreislaufsystem in der eigenen Plattenproduktion in Österreich. Für alle Produkte wurde u. a. eine eigene  Ökobilanz erstellt.

Und jetzt nochmal zu den Alternativen:

  • MDF = mitteldichte Faserplatte, das sind diese Platten die wie Pappe aussehen: ist genau so formaldehyd-haltig wie Spanplatten.
  • Hanfplatte: wird AUCH mit formaldehydhaltigem Leim verarbeitet.
  • Lack statt Beschichtung? – Lack dünstet mindestens noch 2 Wochen Lösemittel aus, meist viel länger, und zwar JEDER Lack, auch die sogenannten lösemittelfreien Lacke sind auf Basis chemischer Stoffe gelöst, die abdampfen müssen, damit der Lack aushärtet. Biolacke sind oft auf Basis von Zitrus-Lösemitteln, die häufig für den Menschen belastender sind als die chemischen klopper (sehr häufg lösen die Zitruslösemittel Allergien aus). – Lack erfordert zusätzliche aufwändige Arbeitsschritte und darum kostet das gleiche Möbel in lackiert mindestens das doppelte wie beschichtet.
  • Platten, die mineralisch gebunden werden (=formaldehydfrei): gibt es, aber sie eignen sich nur für Bau, nicht für Möbel (zu geringe Werkzeugstandzeiten, verleimeigenschaften passen nicht)
  • nehmen wir doch wenigstens Recycelte Materialien!? Ja, gute Idee, aber: viel viel teurer, denn: irgend jemand muß das sortieren, trennen, dann enthalten die Platten womöglich Schrauben usw., also geht das Werkzeug kaputt – das wird dann auch mindestens doppelt so teuer, wenn nicht viel mehr. Und dann habt Ihr ein Regal aus benutzten Platten, die Schrammen haben, oder nicht die gewünschte Farbe usw – also, das wird ganz kompliziert. Jedenfalls für Maßregale.
  • Massivholz: ist auch eher teuer, und dann ist es eben holzfarben, was auch nicht immer paßt. Also müßte man es lackieren, s. o. Und: der Verwertungsgrad vom Holz ist dann viel geringer, weil man eben nicht alles im Wald anfallende Holz zu schönen Massivholz-Platten verarbeiten kann.

Fazit: wir finden, wenn man neue Möbel regional produziert aus Material, das die Emissions-Grenzwerte weit unterschreitet, und zu einem überzeugenden Preis, dann steht das einem nachhaltigen Ansatz nicht im Weg.

Würden wir uns so was hinstellen? JA, wir haben es schon getan!

ach ja, und übrigens, was heißt eigentlich nachhaltig?

Wenn wir mal so überlegen, was uns aus dem Bauch heraus zu nachhaltig einfällt, kommen die meisten Ideen in Bezug auf Material, Ressourcen und Umwelteinwirkung.

Die nicht sehr bekannte Erklärung Wechelseitiger Abhängigkeit  von David Suzuki bringt dies sehr umfassend zum Ausdruck.

Wie kann das aber konkret aussehen?
An dieser Frage arbeiten viele Menschen auf sehr unterschiedliche Weise.

Ich versuche mal eine persönliche Antwort:
Deutschland ist wirtschaftlich noch immer eines der stärksten Länder der Erde.
Wir haben die Aufgabe, daran mitzuwirken, dass die Menschheit ein Wirtschaftssystem entwickelt, das wirklich tragfähig ist. Ein Wirtschaftssystem, das Mensch, Tier und Natur nicht ausbeutet – und das alle ernährt.

Das beginnt für mich ganz schlicht damit, dass wir ein tägliches Arbeiten entwickeln, das neben Tier und Natur auch UNS dient.
Uns: den Kunden, den Lieferanten, den Unternehmern. Den Menschen eben, die hier zusammen wirtschaften.

Dem Kunden dienen bedeutet: ihn informieren, ihm zuhören und ihm dann zu dem raten, was seinem Bedürfnis am besten dient. Wir zeigen ihm, was wir ihm anbieten können, entwickeln im Gespräch Lösungsideen, und wenn doch unsere Leistung für ihn nicht das richtige ist, dann sagen wir ihm das und empfehlen eine andere Lösung.

Wir als Unternehmer brauchen – neben dem, dass wir von unserer Arbeit leben – ein tägliches Arbeiten, das uns erlaubt, unsere Kinder mit Aufmerksamkeit groß zu ziehen, und das uns erlaubt, wir selbst zu sein, ohne uns immerzu an Erfordernisse anzupassen, die uns nicht wirklich entsprechen.

Das zu entwickeln haben wir uns vorgenommen und ist unser Bestreben. Wenn möglich möchten wir auch möglichst viele andere dabei unterstützen, so einen Weg zu gehen.

Die Erklärung Wechselseitiger Abhängigkeit von David Suzuki

Diese Erklärung kann ich voll unterschreiben. Sie stammt von dem kanadischen Klima-Aktivist David Suzuki und ist im Netz nirgends richtig auf Deutsch veröffentlicht ist. Dies ist der Wortlaut:

„ERKLÄRUNG WECHSELSEITIGER ABHÄNGIGKEIT

Dies wissen wir

Wir sind die Erde durch die Pflanzen und Tiere, die uns ernähren.

Wir sind der Regen und die Ozeane, die durch unsere Adern fließen.

Wir sind der Atem der Wälder, des Landes und der Pflanzen des Meeres.

Wir sind die menschlichen Tiere, verwandt mit allem anderen Leben als Nachkommen der ersten Zelle.

Wir teilen mit dieser Verwandtschaft eine gemeinsame Geschichte, die in unseren Genen geschrieben steht. Wir teilen eine gemeinsame Gegenwart, gefüllt mit Ungewissheit.

Und wir teilen eine gemeinsame Zukunft, die bis jetzt noch nicht erzählt ist.

Wir Menschen sind nur eine von 30 Millionen Arten, die die dünne Schicht des Lebens weben, welche die Welt umhüllt. Die Stabilität der Gemeinschaften von Lebewesen ist von dieser Vielfalt abhängig. Als Teil des Netzwerkes der Gemeinschaften sind wir miteinander verbunden – wir verwenden, reinigen, teilen und erneuern die grundlegenden Elemente des Lebens. Die Stabilität der Gemeinschaften lebender Wesen ist auf ihre Vielfalt angewiesen. Unsere Heimat, der Planet Erde, ist nicht endlos; alles Leben teilt seine Ressourcen und die Energie der Sonne, und daher gibt es Grenzen des Wachstums. Zum ersten Mal nun haben wir diese Grenzen berührt. Wenn wir die Luft, das Wasser, den Boden und die Vielfalt des Lebens vergeuden, dann stehlen wir von der endlosen Zukunft, um der flüchtigen Gegenwart zu dienen. Wir können diese Zusammenhänge verleugnen, aber wir können sie nicht ändern.

Dies glauben wir

Die Menschen sind so zahlreich und unsere Werkzeuge sind so mächtig geworden, dass wirMitgeschöpfe ausgerottet, große Flüsse gestaut, alte Wälder niedergerissen haben, die Erde, den Regen, den Wind vergiftet und Löcher in den Himmel gerissen haben.

Unsere Wissenschaft hat sowohl Schmerz wie auch Freude gebracht; unser Luxus wurde erkauft mit dem Leid von Millionen. Wir lernen aus unseren Fehlern, wir trauern um unsere verlorene Mitwelt und schaffen nun eine neue Politik der Hoffnung.

Wir halten reine Luft, sauberes Wasser und unvergifteten Boden für absolut notwendig.Wir erkennen, dass wirtschaftliche Tätigkeiten, die nur wenigen nützen, gleichzeitig aber das Naturerbe vieler vermindern, falsch sind. Und da die Verwüstung der Umwelt biologisches Kapital für immer zerstört, müssen die gesamten ökologischen und sozialen Kosten in alle Berechnungen des Fortschritts einfließen.

Wir sind nur eine flüchtige Generation im langen Lauf der Zeit; es steht uns nicht zu, die Zukunft auszuradieren.

Da, wo unser Wissen begrenzt ist, werden wir an unsere Nachkommen denken und lieber auf Vorsicht bauen.

Dies beschließen wir

All das, was wir wissen und glauben, muss nun die Grundlage unserer Lebensweise werden. An diesem Wendepunkt unserer Beziehung zur Erde arbeiten wir für eine Umorientierung: von Herrschaft zu Partnerschaft, von Zerstückelung zu Verbindung, von Unsicherheit zur gegenseitigen Abhängigkeit.“

David Suzuki

Zitiert nach: Thomas Wagner: „Profile engagierter Mystik – Eine erziehungswissenschaftliche Untersuchung zu politischmystischen Identitätskonzepten im interreligiösen Vergleich“, Dissertation 2005 

Dort Verweis auf: Lüpke, G. von: 2003, 62/63 (entnommen: Suzuki, D.: Declaration of Interdependence, www.davidsuzuki.org)

Möbel für die Zukunft – inligna und LYK im TIP!

unser erstes Interview!

Der Tip schreibt über Berliner, die sich dem nachhaltigen Design verschrieben haben:

Möbel für die Zukunft

Design hat Verantwortung: Heldenmarkt

… zum Beispiel sind wir Ende März für Euch auf dem Heldenmarkt, am 27. & 28. März im Postbahnhof, Samstag von 10 bis 20 Uhr, Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Dort gibts von Essen über Kleider, Möbel, Geschenkideen und und und – alles was der nachhaltige Konsument sich wünscht. Inklusive natürlich der Info, wo man das alles in Berlin bekommt.

Und wer keine Zeit hat, der schaut mal auf die Ausstellerliste und geht dann in aller Ruhe zu den Läden hin…

Wer sonst noch da ist: http://www.heldenmarkt.de/ausstellerliste/

Kommt zahlreich strategisch shoppen, oder nur gucken, wir freuen uns auf Euch!

K